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<title>Matthäus Daniel Pöppelmann</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Matthäus Daniel Pöppelmann</span></h1>
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<p><b>Matthäus Daniel Pöppelmann</b> (* <a href="3._Mai" title="3. Mai">3. Mai</a> <a href="1662" title="1662">1662</a> in <a href="Herford" title="Herford">Herford</a>; † <a href="17._Januar" title="17. Januar">17. Januar</a> <a href="1736" title="1736">1736</a> in <a href="Dresden" title="Dresden">Dresden</a>) war der bedeutendste <a href="Baumeister" title="Baumeister">Baumeister</a> des <a href="Dresdner_Barock" title="Dresdner Barock">sächsischen Barock</a>. Zu seinen Hauptwerken gehören das <a href="Dinglingerhaus" title="Dinglingerhaus">Dinglingerhaus</a> (1711–1716), der <a href="Zwinger_(Dresden)" title="Zwinger (Dresden)">Zwinger</a> (1711–1728), das <a href="Schloss_Pillnitz" title="Schloss Pillnitz">Schloss Pillnitz</a> (1720–1724), das <a href="Japanisches_Palais" title="Japanisches Palais">Japanische Palais</a> (1727–1733) und die <a href="Dreik%C3%B6nigskirche_(Dresden)" title="Dreikönigskirche (Dresden)">Dreikönigskirche</a> (1732–1739) in Dresden.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>

<p>Pöppelmann stammte aus einer Kaufmannsfamilie aus dem westfälischen <a href="Herford" title="Herford">Herford</a>. Mehrere seiner Vorfahren waren Ratsleute der Stadt gewesen, das Vermögen der Familie war jedoch durch den <a href="Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg" title="Dreißigjähriger Krieg">Dreißigjährigen Krieg</a> geschwunden. Urkundlich erwähnt wird 1552 bis 1609 in Herford ein Daniel Pöppelmann als Bürgermeister, der ein <a href="B%C3%BCrgermeisterhaus_(Herford)" title="Bürgermeisterhaus (Herford)">gotisches Wohnhaus</a> in der Höckerstraße 4 besitzt, das als Geburtshaus Matthäus Daniel Pöppelmanns gilt.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er besuchte das dortige <a href="Friedrichs-Gymnasium_Herford" title="Friedrichs-Gymnasium Herford">Gymnasium Fridericianum</a>. Im Jahr 1680 trat Pöppelmann im Alter von 18 Jahren in das sächsische Bauamt ein. Im Gegensatz zu anderen Fürstenhöfen, wo man ein oder zwei Hofarchitekten beschäftigte, war das Oberbauamt in Dresden schon damals eine außerordentlich umfangreiche Behörde. Pöppelmann wurde als unbezahlte Hilfskraft eingestellt, was er auch sechs Jahre blieb. Trotzdem muss er bereits über einige Erfahrungen im Bauwesen verfügt haben, bevor er nach Dresden kam. Als erster bedeutender Baumeister der frühen Neuzeit war er nicht Künstler oder Militäringenieur, sondern diente sich in einer Behörde hoch. Im Jahr 1686 wurde er zum Baukondukteur befördert. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zu dieser Zeit mit dem Bau von Bürgerhäusern. Dafür musste er jedoch zuerst Schulden machen und die Häuser auf eigene Rechnung bauen, bevor er sie nach der Fertigstellung gewinnbringend verkaufen konnte. Daneben beantragte er 1687 eine Lizenz zum Alkoholausschank. Beeinflusst wurde er in dieser Zeit vor allem von den Oberlandbaumeistern <a href="Wolf_Caspar_von_Klengel" title="Wolf Caspar von Klengel">Wolf Caspar von Klengel</a>, der als Begründer des Sächsischen Barock gilt, und seinem Nachfolger <a href="Johann_Georg_Starcke" title="Johann Georg Starcke">Johann Georg Starcke</a>. Spärliche Informationen zeigen, dass Pöppelmann oft zu sehr profanen Tätigkeiten wie Abbrucharbeiten eingesetzt wurde und auch Probleme mit seinen Vorgesetzten hatte.
</p><p>Seine Karriere begann 1705, als er zum Landbaumeister befördert wurde und die Planung eines neuen Residenzschlosses übertragen bekam. Während der Vorbereitung und Ausführung des Zwingerbaus besuchte er verschiedene europäische Städte, um mit eigenen Architekturstudien projektbezogene Anreize und vergleichende Eindrücke aufzunehmen. Er reiste 1710 auf Kosten seines Auftraggebers über <a href="Prag" title="Prag">Prag</a>, <a href="Wien" title="Wien">Wien</a> und <a href="Florenz" title="Florenz">Florenz</a> nach <a href="Rom" title="Rom">Rom</a> und <a href="Neapel" title="Neapel">Neapel</a>. Der Kurfürst verfügte am 4.&nbsp;Januar 1710, „… daß der Landbaumeister Pöppelmann nachher nach Wien und Rom gehen soll umb deren Orthen sich der itzigen Arth des Bauens sowohl an Palaesten, alß Gärthen zu ersehen, …“. Zu den Vorbildern Pöppelmanns werden Sakralbauten des <a href="B%C3%B6hmischer_Barock" title="Böhmischer Barock">Böhmischen Barock</a> ebenso gezählt wie die in Wien tätigen Baukünstler <a href="Johann_Bernhard_Fischer_von_Erlach" title="Johann Bernhard Fischer von Erlach">Johann Bernhard Fischer von Erlach</a> und <a href="Andrea_Pozzo" title="Andrea Pozzo">Andrea Pozzo</a>.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In Prag studierte er die kühnen Bauten von <a href="Christoph_Dientzenhofer" title="Christoph Dientzenhofer">Christoph Dientzenhofer</a> (<a href="St._Nikolaus_auf_der_Kleinseite_(Prag)" class="mw-redirect" title="St. Nikolaus auf der Kleinseite (Prag)">St.&nbsp;Nikolaus</a> auf der <a href="Prager_Kleinseite" class="mw-redirect" title="Prager Kleinseite">Kleinseite</a> und die <a href="Stift_B%C5%99evnov" title="Stift Břevnov">Klosterkirche Breunau</a>).<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auf der Reise besuchte er auch die <a href="Kloster_Osek" title="Kloster Osek">Klosterkirche in Osek</a> im Erzgebirge. Für den <a href="Wallpavillon" title="Wallpavillon">Wallpavillon</a> des Zwingers werden – neben der Breunauer Klosterkirche – Werke von <a href="Lucas_von_Hildebrandt" class="mw-redirect" title="Lucas von Hildebrandt">Lucas von Hildebrandt</a> und <a href="Francesco_Borromini" title="Francesco Borromini">Francesco Borromini</a> als Vorbilder genannt.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Jahre 1715 ging Pöppelmann zum Zwecke aktueller Architekturstudien nach Frankreich. Er suchte neben dem Schloss und Park von <a href="Schloss_Versailles" title="Schloss Versailles">Versailles</a> zahlreiche andere Ziele auf, darunter den Park von <a href="Schloss_Saint-Cloud" title="Schloss Saint-Cloud">Schloss Saint-Cloud</a> mit den Wasserspielen von <a href="Andr%C3%A9_Le_N%C3%B4tre" title="André Le Nôtre">André Le Nôtre</a>. Dieser hatte auch den Park von Versailles geschaffen und war als oberster Gartenarchitekt von <a href="Ludwig_XIV." title="Ludwig XIV.">Ludwig XIV.</a> eine fachliche Autorität in der zeitgenössischen Gartenbaukunst. Für die Erweiterungspläne des Dresdner Zwingers waren die Eindrücke Pöppelmanns im Lustpark von <a href="Marly-le-Roi" title="Marly-le-Roi">Marly-le-Roi</a> von nicht unwesentlichem Einfluss, weil der Architekt <a href="Jules_Hardouin-Mansart" title="Jules Hardouin-Mansart">Jules Hardouin-Mansart</a> dort einen umfangreichen Komplex von Wasserspielen errichtet hatte. Die Rückreise Pöppelmanns erfolgte über die <a href="Niederlande" title="Niederlande">Niederlande</a> (Rotterdam, Delft, Leiden, Haarlem und Amsterdam). Bei <a href="Apeldoorn" title="Apeldoorn">Apeldoorn</a> besuchte er das Schloss <a href="Het_Loo" class="mw-redirect" title="Het Loo">Het Loo</a>, das lange Flügel und pavillonähnliche Eckgebäude besitzt. Der Zwinger zeigt ähnliche Strukturen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Pöppelmann wurde zum Vertreter des – von Italien her geprägten und über Wien und Prag vermittelten – beschwingten Hochbarock. <a href="Zacharias_Longuelune" title="Zacharias Longuelune">Zacharias Longuelune</a> führte ab 1713 den französischen <a href="Klassizistischer_Barock" title="Klassizistischer Barock">klassizistischen Barock</a> in Dresden ein. Der schon der nächsten Generation angehörende <a href="Johann_Christoph_Kn%C3%B6ffel" title="Johann Christoph Knöffel">Johann Christoph Knöffel</a> entwickelte die zurückhaltendere, am französischen Klassizismus orientierte Auffassung Longuelunes fort und begründete das sächsische <a href="Rokoko" title="Rokoko">Rokoko</a>. 1728 avancierte er neben den beiden Vorgenannten zum dritten Oberlandbaumeister. (1738 sollte Knöffel Christine Eleonore Stenger heiraten, eine Enkelin seines Vorgängers Pöppelmann.) Im Oberbauamt wurden stets mehrere Architekten getrennt mit Entwürfen beauftragt und anschließend wurde in der Regel nicht einer ausgewählt, sondern unterschiedliche Formenelemente der einzelnen Entwürfe miteinander kompiliert, wobei <a href="August_der_Starke" title="August der Starke">August der Starke</a> und der Generalbauintendant <a href="August_Christoph_von_Wackerbarth" title="August Christoph von Wackerbarth">Graf Wackerbarth</a> oft selbst mitwirkten. Dieses „kollegialische“ Verfahren führte zur Synthese vieler Stileinflüsse.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1718 wurde Pöppelmann Nachfolger von <a href="Johann_Friedrich_Karcher" title="Johann Friedrich Karcher">Johann Friedrich Karcher</a> Oberlandbaumeister. In dieser Stellung entfaltete er eine umfangreiche Bau- und Verwaltungstätigkeit, welcher Dresden die glänzendsten und fantasievollsten Schöpfungen des Rokokostils verdankt. Etwa ab 1730 zog August der Starke aber für repräsentative Projekte jüngere Architekten wie <a href="Zacharias_Longuelune" title="Zacharias Longuelune">Zacharias Longuelune</a> vor und Pöppelmann widmete sich vor allem der Leitung des Oberbauamtes. Im Oktober 1734 schied er aus dem Oberbauamt aus. Sein Nachfolger wurde <a href="Johann_Christoph_Kn%C3%B6ffel" title="Johann Christoph Knöffel">Johann Christoph Knöffel</a>. Pöppelmann wurde einige Monate später schwer krank und starb am 17. Januar 1736. Er wurde in der Gruft der von ihm entworfenen <a href="Matth%C3%A4uskirche_(Dresden)" title="Matthäuskirche (Dresden)">Matthäuskirche</a> in Dresden beigesetzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werk">Werk</h2></div>


<p>Als sein Hauptwerk gilt der <a href="Zwinger_(Dresden)" title="Zwinger (Dresden)">Zwinger</a> in <a href="Dresden" title="Dresden">Dresden</a> (1711–1728), den er zusammen mit dem Bildhauer <a href="Balthasar_Permoser" title="Balthasar Permoser">Balthasar Permoser</a> schuf. In diesem formal einzigartigen Gebäude eines befestigten Turnierplatzes kam es zu einer einmaligen, ekstatischen Verbindung von <a href="Architektur" title="Architektur">Architektur</a> und <a href="Plastik_(Kunst)" title="Plastik (Kunst)">Plastik</a>. Über dieses von ihm geschaffene Bauwerk ließ Pöppelmann 1729 eine Sammlung von Kupferstichen herausgeben. Es besteht aus einem Erläuterungstext mit 22 <a href="Kupferstich" title="Kupferstich">Kupferstichen</a> zum Zwinger und jeweils einem Stich vom <a href="Japanisches_Palais" title="Japanisches Palais">Holländischen Palais</a> und dem <a href="Fass#Große_Weinfässer" title="Fass">Großen Fass</a> auf der <a href="Festung_K%C3%B6nigstein" title="Festung Königstein">Festung Königstein</a>. Pöppelmann beabsichtigte als Fortsetzung dieses Werkes die Herausgabe weiterer Stiche über andere Barockbauten. Dazu kam es nicht mehr. Weitere bedeutende Werke sind: Jagdhaus <a href="K%C3%B6ssern" title="Kössern">Kössern</a> (Entwurf der Fassade, um 1709)<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>; <a href="Japanisches_Palais" title="Japanisches Palais">Japanisches Palais</a> in Dresden (1715); <a href="Schloss_Pillnitz" title="Schloss Pillnitz">Schloss Pillnitz</a> (1720–1723), <a href="Friedrichschl%C3%B6sschen_Gro%C3%9Fsedlitz" class="mw-redirect" title="Friedrichschlösschen Großsedlitz">Schloss Großsedlitz</a> (seit 1720), Schloss und Hofgestüt <a href="Graditz" title="Graditz">Graditz</a> (seit 1722), <a href="Stift_Joachimstein" title="Stift Joachimstein">Stift Joachimstein</a> (1722–1728), Umbau des <a href="Schloss_Moritzburg_(Sachsen)" title="Schloss Moritzburg (Sachsen)">Jagdschlosses Moritzburg</a> (1723–1733), Dresdner <a href="Augustusbr%C3%BCcke" title="Augustusbrücke">Augustusbrücke</a> (1727–1731) und die erst nach Pöppelmanns Tod fertiggestellte <a href="Dreik%C3%B6nigskirche_(Dresden)" title="Dreikönigskirche (Dresden)">Dreikönigskirche</a> in Dresden (1732–1739).
</p><p>Das zwischen 1714 und 1721 von Pöppelmann erbaute <a href="Schloss_Nischwitz" title="Schloss Nischwitz">Schloss Nischwitz</a> wurde 1750 von Knöffel umgestaltet. Daneben lieferte Pöppelmann zahlreiche, später ausgeführte Pläne zum Beispiel für den Umbau des <a href="Spitzhaus" title="Spitzhaus">Spitzhauses</a> und der <a href="Spitzhaustreppe" title="Spitzhaustreppe">Spitzhaustreppe</a> in <a href="Radebeul" title="Radebeul">Radebeul</a>. Nie gebaut wurde jedoch das Dresdner Residenzschloss. Ab 1705 ließ sich August der Starke von Pöppelmann immer wieder neue, spektakuläre Entwürfe vorlegen, konnte sich aber nie entschließen, das gewaltige Vorhaben zu beginnen <i>(siehe: <a href="Zwinger_(Dresden)#Errichtung_des_Zwingers_unter_August_dem_Starken" title="Zwinger (Dresden)">Die Errichtung des Zwingers</a>)</i>. Als Oberlandbaumeister im sächsischen Oberbauamt war Pöppelmann aber auch für alle profanen Staatsbauten wie Deiche, Straßen oder Brücken verantwortlich. So ließ er zwischen 1713 und 1720 für die neueingerichtete Eilpostlinie Leipzig–Dresden mehrere steinerne Brücken bauen, unter anderem die <a href="P%C3%B6ppelmannbr%C3%BCcke_(Grimma)" title="Pöppelmannbrücke (Grimma)">Pöppelmannbrücken in Grimma</a>, <a href="Nossen" title="Nossen">Nossen</a> und <a href="Waldheim" title="Waldheim">Waldheim</a>, die – im Unterschied zur alten Dresdner <a href="Augustusbr%C3%BCcke" title="Augustusbrücke">Augustusbrücke</a> – noch (in Teilen) stehen. Daneben gab es auch ungewöhnliche Aufträge vom königlichen Hof wie zum Beispiel eine Schmuckarchitektur rund um das größte Weinfass Europas (238.000 Liter) auf der <a href="Festung_K%C3%B6nigstein" title="Festung Königstein">Festung Königstein</a> oder der Bau eines überdimensionalen Stollenofens für das „<a href="Zeithainer_Lustlager" title="Zeithainer Lustlager">Zeithainer Lustlager</a>“ im Jahr 1730, als August der Starke seinen mehr als 20.000 Gästen, darunter <a href="Friedrich_Wilhelm_I._(Preu%C3%9Fen)" title="Friedrich Wilhelm I. (Preußen)">Friedrich Wilhelm&nbsp;I.</a> von Preußen einen 1,8 Tonnen schweren <a href="Dresdner_Stollen" class="mw-redirect" title="Dresdner Stollen">Dresdner Stollen</a> vorsetzen ließ.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Überhaupt baute Pöppelmann immer wieder für diverse Festivitäten des Hofes kurzlebige Architekturen und Kulissen, die teilweise auf Zeichnungen festgehalten sind. Für das Zeithainer Lustlager etwa mussten eine Zeltstadt, ein <a href="Standort%C3%BCbungsplatz" title="Standortübungsplatz">Exerzierplatz</a>, mehrere kleine <a href="Palast" title="Palast">Palais</a> und ein Theater errichtet werden.
</p><p>Ein weiteres Dresdner Bauwerk ist das Gebäude Große Meißner Straße&nbsp;15, ein um 1685 errichtetes, nach Plänen von <a href="George_B%C3%A4hr" title="George Bähr">George Bähr</a> 1723 umgebautes Bürger- und Brauhaus mit Innenhof, das 1734 vom Sächsischen Hof erworben und nach Plänen von Pöppelmann und <a href="Andreas_Adam" title="Andreas Adam">Andreas Adam</a> zu einer großen geschlossenen Doppelhofanlage umgebaut wurde; elbseitig errichtete Pöppelmann zudem einen palaisartigen Neubau; seitdem nutzte man es als Kanzleigebäude („die Regierung“). Es ist erhalten und bildet heute den Mittelteil des <a href="Hotel_Bellevue_(Dresden)" title="Hotel Bellevue (Dresden)">Hotel Bellevue</a>.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Weitere Dresdner Wohnhäuser sind das vor 1716 erbaute <a href="Dinglingerhaus" title="Dinglingerhaus">Dinglingerhaus</a> am <a href="J%C3%BCdenhof_(Dresden)" title="Jüdenhof (Dresden)">Jüdenhof</a> sowie die Häuser <a href="Haus_Rampische_Stra%C3%9Fe_19" title="Haus Rampische Straße 19">Rampische Straße 19</a><sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und <a href="Haus_Rampische_Stra%C3%9Fe_33" title="Haus Rampische Straße 33">33</a>.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Um 1727 erbaute er eine Freitreppe im <a href="Barockgarten_Gro%C3%9Fsedlitz" title="Barockgarten Großsedlitz">Barockgarten Großsedlitz</a>, die wegen ihrer musizierenden Putten den Namen <i>„Stille Musik“</i> bekam. 1731 gestaltete er auf der <a href="Festung_K%C3%B6nigstein" title="Festung Königstein">Festung Königstein</a> einen Beobachtungsturm zum Aussichtspavillon <i>Friedrichsburg</i> mit Festsaal im Obergeschoss um. Das <a href="Zittau" title="Zittau">Zittauer</a> „Haus zur Goldenen Sonne“ am Markt 9 verweist stilistisch und auch mit seinem sandsteinernen Baudekor auf Pöppelmann und Permosers Zwingerschule.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Stadt Dresden ließ 1936 ein Pöppelmann-Standbild am Fraumutterhaus (Schloßstraße 16) errichten, das 1945 zerstört und 2011 wiederhergestellt wurde. Die Stadt Herford benannte 1975 eine ehemalige Kaufmannsvilla in <a href="Daniel-P%C3%B6ppelmann-Haus" title="Daniel-Pöppelmann-Haus">Daniel-Pöppelmann-Haus</a> um und machte sie zum Sitz des Herforder Kunstvereins.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Anlässlich seines 350. Geburtstages brachte die Deutsche Post 2012 eine Sonderbriefmarke heraus. Nach Pöppelmann wurde der Asteroid <a href="(39464)_P%C3%B6ppelmann" title="(39464) Pöppelmann">(39464) Pöppelmann</a> benannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Galerie">Galerie</h2></div>
<ul class="center gallery mw-gallery-traditional">
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<div class="gallerytext">Dinglingerhaus</div>
</li>
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<div class="gallerytext">Japanisches Palais</div>
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<div class="gallerytext">Schloss Moritzburg</div>
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<div class="gallerytext">Schloss Pillnitz</div>
</li>
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<div class="gallerytext">Dreikönigskirche</div>
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<div class="gallerytext">Weinbergkirche</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Familie">Familie</h2></div>

<p>Matthäus Daniel Pöppelmann war in erster Ehe mit Catharina Margarethe Stumpf verheiratet. Sie hatten sieben Kinder:
</p>
<ul><li>Rahel Dorothea (um 1693–nach 1761), verheiratet mit Hof- und Justizrat Georg David Wilcke</li>
<li><a href="Johann_Adolph_P%C3%B6ppelmann" title="Johann Adolph Pöppelmann">Johann Adolph</a> (1694–1773), Hofmaler in Dresden, 5 Kinder, darunter:
<ul><li>Matthes Daniel, Baukondukteur</li>
<li>Johann David, Hofmaler</li></ul></li>
<li>Erdmuth Sophie (* 1695), verheiratet mit Hof- und Legationsrat Johann Ernst Heubel</li>
<li><a href="Carl_Friedrich_P%C3%B6ppelmann" title="Carl Friedrich Pöppelmann">Carl Friedrich</a> (* um 1697–1750), Baumeister</li>
<li>Eleonore Dorothea († nach 1730), verheiratet mit dem Arzt Johann Hieronymus Stenger, zwei Töchter, darunter:
<ul><li>Christina, verheiratet mit <a href="Johann_Christoph_Kn%C3%B6ffel" title="Johann Christoph Knöffel">Johann Christoph Knöffel</a>, Baumeister</li></ul></li>
<li><a href="Christian_Wilhelm_P%C3%B6ppelmann" title="Christian Wilhelm Pöppelmann">Christian Wilhelm</a> (1701–1782), Oberpostmeister, Chef der Dresdner und Bautzener Post, verheiratet mit Johanna Salome Busse, 22 Kinder, unter den Nachkommen viele sächsische Beamte</li></ul>
<p>* Luise Catharina (1712–1775), verheiratet mit dem Arzt Johann Wilhelm Sparmann, Tochter:
</p>
<ul><li><ul><li><a href="Sophie_Friederike_Hensel" class="mw-redirect" title="Sophie Friederike Hensel">Sophie Friederike Hensel</a>, Schauspielerin</li></ul></li></ul>
<p>Nach dem Tod seiner Frau heiratete er 1713 Anna Christina Möller, geborene Ott, eine wohlhabende Kaufmannswitwe, die 1729 während einer Kur in <a href="Karlsbad" title="Karlsbad">Karlsbad</a> starb und am 17. Juli in der Stadtkirche in <a href="Johanngeorgenstadt" title="Johanngeorgenstadt">Johanngeorgenstadt</a> beigesetzt wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Reinhard_Delau" title="Reinhard Delau">Reinhard Delau</a>: <i>Pöppelmann. Baumeister des Königs</i> (Kurzweiliges-Reihe 25). Tauchaer Verlag, Taucha 1998. ISBN 978-3-910074-87-3.</li>
<li><a href="Friedrich_Dieckmann" title="Friedrich Dieckmann">Friedrich Dieckmann</a>: <i>Pöppelmann oder Die Gehäuse der Lust.</i> Sandstein, Dresden 2012, ISBN 978-3-942422-96-3.</li>
<li>Bruno Alfred Döring, <a href="Hubert_Georg_Ermisch" class="mw-redirect" title="Hubert Georg Ermisch">Hubert Georg Ermisch</a> (Hrsg.): <i>Matthes Daniel Pöppelmann. Der Meister des Dresdener Zwingers.</i> Wilhelm Limpert, Dresden 1930.</li>
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<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Matth%C3%A4us_Daniel_P%C3%B6ppelmann?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Matthäus Daniel Pöppelmann</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=11874125X">Literatur von und über Matthäus Daniel Pöppelmann</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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Normdaten&nbsp;(Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/11874125X">11874125X</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/n86081030">n86081030</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/62344067/">62344067</a></span> | </div>
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